Fastenzeit 2020


Samstag,
11.04.2020

Gedanken zur Fastenzeit

Karsamstag


„Heute gedenken wir der Grabesruhe des Herrn.“ So stand es in meiner Kindheit jährlich am Karsamstag im Pfarrblatt. Dieser Satz ist mir in Erinnerung gekommen als im letzten Jahr mein Vater gestorben ist. Er ist der erste wirklich nahe Angehörige, dessen Krankheit und Tod ich emotional so nah und eng miterlebt habe. Seine letzten Tage und die Tage zwischen Tod und Beerdigung waren geprägt von vielerlei Beschäftigung: Fahrten zur Familie, ins Krankenhaus, Telefonieren mit den Geschwistern, Verwandten, Freunden, Termine beim Bestatter, beim Pfarrer, beim Kranzbinder … Nach der Beisetzung kehrte Ruhe ein. Grabesruhe. Nichts war mehr zu Organisieren. Stille – keiner war mehr anzurufen. Mit jenem Moment wurde mir die unausweichliche Konsequenz seines Todes bewusst.

Am heutigen Karsamstag können wir in aller Ruhe die Ereignisse der letzten Tage des Lebens Jesu bedenken: feierlicher Einzug in Jerusalem, letztes Abendmahl, das Geschehen im Garten Getsemanie, den Leidensweg und schließlich der Tod am Kreuz mit seiner unausweichlichen Konsequenz. Heute feiert die Kirche keine Eucharistie. In der klösterlichen Liturgie werden die recht unprätentiösen Trauermetten wie an den übrigen Kartagen gefeiert. Überall Ruhe, Stille, Verlassenheit, Trauer.

Das Wissen um den Ausgang der Geschichte Jesu wird mich heute durch den Tag tragen. So, wie mich die Hoffnung auf Auferstehung durch die Ruhe nach der Beerdigung meines Vaters getragen hat.

(Dr. Tobias Kanngießer, Köln)

Freitag,
10.04.2020

Gedanken zur Fastenzeit

Dann nagelten Sie ihn an das Kreuz Mk 15,24


Ein Mann war als Kind einmal auf ein Holzbrett getreten, in dem ein Nagel steckte. Der Nagel durchbohrte die dünne Schuhsohle und bohrte sich in die Haut. Der Nagel hatte seinen Fuß zwar nicht ganz durchgebohrt, dafür war er zu kurz, aber es war dennoch sehr schmerzhaft für ihn. Vor einigen Jahren hatte er dann einen ziemlich schweren Trümmerbruch im Handgelenk. Dank Gottes genialer Befähigung konnten Ärzte in mehreren Operationen die Belastungs- und Bewegungsfähigkeit der Hand wieder herstellen. Schmerzen hatte er Dank Narkose- und schmerzhemmender Mittel nicht lange, obwohl eine Platte und mehrere Schrauben eingesetzt, in einer weiteren OP korrigiert und nach einem halben Jahr endlich wieder herausgenommen wurden. Noch immer erinnert eine 8 cm lange Narbe an diesen Unfall und die Operationen.

"Dann nagelten Sie ihn an das Kreuz"- so schreibt der Evangelist Markus von der Kreuzigung Jesus. Wie viel mehr Schmerzen musste unser Herr Jesus Christus am Kreuz erleiden und aushalten. Mit durchbohrten Händen und Füßen hing er sechs Stunden lang festgenagelt am Holzkreuz. Über Stunden hinweg gemartert, gefoltert, gequält musste er unter den Schmerzen leiden. Das betäubende Getränk, eine Mischung aus Wein und Myrrhe, den ihm die Soldaten zuvor geben wollten, lehnte er ab (Mk. 15,34). Unerträglich waren die Schmerzen. Am Mittag, zur dritten Stunde starb Jesus, der Christus.

Viele gingen zuvor an ihm vorüber, spotteten über ihn. Keiner war in der Lage sich für ihn einzusetzen. Er litt die Schmerzen, er starb allein gelassen für uns - eben auch für den Mann, von dem ich anfangs erzählt habe, der als Junge in den Nagel getreten war und Jahre später diese Handgelenksverletzung hatte. Dieser Mann wird durch seine Narben an den Unfall erinnert. Aber dieser Mann weiß auch, dass Jesus Christus unter noch viel unbeschreiblich qualvolleren Schmerzen für ihn sogar gestorben ist!

Und das Beste: Jesus Christus hat mit seinen Schmerzen, seinem Sterben am Kreuz, doch den Tod besiegt und lebt! Jesus Christus hat den Tod besiegt und mit ihm auch wir! Das ist die Frohe Botschaft, die allen Menschen gilt, die sich an Jesus Christus halten. Jesus Christus lebt und mit ihm auch wir!

Rolf Aichelberger

Donnerstag,
09.04.2020

Gedanken zur Fastenzeit

Da krähte der Hahn!


Da leugnete Petrus abermals, und alsbald krähte der Hahn.
Johannes 18,27

In der Nähe meiner Arbeitsstelle besitzt jemand einen Hahn. Ich höre ihn jeden Tag immer wieder lauthals krähen. Ich muss dann oft an die Geschichte mit Jesus denken. Als die Jünger beim Abendmahl mit Jesus zu Tisch lagen, verkündete er nicht nur die Zeit seines Abschiedes sondern auch das Versagen der Jünger. Besonders hart traf er Petrus mit seinen Worten.

Jesus sagt voraus, dass Petrus ihn verleugnen wird (Matthäus 26:31-35) »Heute Nacht werdet ihr mich alle verlassen«, sagte Jesus zu ihnen. »Denn in der Schrift steht: `Gott wird den Hirten schlagen, und die Schafe der Herde werden zerstreut werden. Doch wenn ich von den Toten auferstanden bin, werde ich euch nach Galiläa vorausgehen und euch dort treffen. “ Petrus behauptete: »Selbst wenn dich alle verlassen, ich werde bei dir bleiben“ Petrus, erwiderte Jesus, „Ich versichere dir, noch in dieser Nacht wirst du mich drei Mal verleugnen, ehe der Hahn kräht“. „Nein!“, beharrte Petrus. „Nicht einmal, wenn ich mit dir sterben müsste! Ich werde dich niemals verleugnen!“ Und alle anderen Jünger beteuerten dasselbe..

Ich bin mir sicher, Petrus und auch die anderen Jünger wollten sich mit ganzem Herzen einsetzen und in dem Moment, wo sie ihre Ansicht verteidigten, haben sie es auch sicher ernst gemeint. Doch leider kam es dann so wie Jesus es ankündigte. Menschliche Angst war der Auslöser des Versagens. Alle liefen sie davon und obwohl Petrus in der Nähe blieb, fiel er dann dennoch kläglich in seinem Versprechen. Er verleugnete nicht nur seinen Herrn, er verleugnete wie angekündigt dreimal seinen Freund Jesus.

Die Verleugnung des Petrus (Matthäus 26:69-75) Petrus aber saß draußen im Hof. Und es trat eine Magd zu ihm und sprach: Und du warst auch mit dem Jesus aus Galiläa. Er leugnete aber vor ihnen allen und sprach: Ich weiß nicht, was du sagst. Als er aber hinausging in die Torhalle, sah ihn eine andere und sprach zu denen, die da waren: Dieser war auch mit dem Jesus von Nazareth. Und er leugnete abermals und schwor dazu: Ich kenne den Menschen nicht. Und nach einer kleinen Weile traten hinzu, die da standen, und sprachen zu Petrus: Wahrhaftig, du bist auch einer von denen, denn deine Sprache verrät dich. Da fing er an, sich zu verfluchen und zu schwören: Ich kenne den Menschen nicht. Und alsbald krähte der Hahn. Da dachte Petrus an das Wort, das Jesus gesagt hatte: Ehe der Hahn kräht, wirst du mich dreimal verleugnen. . Und er ging hinaus und weinte bitterlich.

Wie geht es dir mit dieser Passage. Wie oft nehmen wir uns vor etwas zu tun und es gelingt uns nicht. Wie oft sagen wir etwas zu und versagen dann kläglich. Im Leben wie im Glauben sind wir alle leider gefallene Menschen und ich denke, im allgemeinen, auch wenn wir es anders wollen, sind wir immer wieder Verräter wie Judas und Verleumder wie Petrus. Ich für mich kann dem nur nickend beipflichten und es macht mich ebenso traurig, wenn ich meine Aussagen und Versprechen den Menschen und vor allem Jesus gegenüber nicht einhalten kann, dann kräht auch bei mir dreimal der Hahn!

Gott weiß das und deswegen bezahlte Jesus unsere Schuld am Kreuz. Dank ihm stehen wir unter der Gnade Gottes. Morgen am Karfreitag wird weltweit an die Sühnungstat Jesus gedacht und es ist, obwohl ich täglich mit ihm bewusst lebe, auch für mich immer wieder ein besonderer Tag in meinem Leben, der mich zur extra Anbetung führen möchte.

Danke Herr Jesus …

Seid herzlichst gesegnet, eure

Rosemarie Schauer

Mittwoch,
08.04.2020

Gedanken zur Fastenzeit

Nimm mich mit Jesus!


Nimm mich mit Jesus, zum letzten Abendmahl!
Dass ich mit dir dein letztes Fest auf Erden feiern kann.
Dass ich erleben darf, wie du dich ganz an die Menschen verschenkst und ihnen so dein ewiges Heil versprichst.

Nimm mich mit Jesus, auf den Ölberg!
Dass ich mit dir gemeinsam beten kann.
Dass ich dich in deiner Angst ganz fest in meinen Armen halten und dir den Angstschweiß von deiner Stirn wischen kann.

Nimm mich mit Jesus, auf deinen Kreuzweg!
Dass ich wie ein unsichtbarer Schutzmantel um dich herum
deine Schmerzen lindern kann.
Dass ich mit dir deine Schmerzen teile.
Dass ich dir erzählen kann, dass all dein Leiden nicht umsonst ist.

Nimm mich mit Jesus, auf dein Kreuz!
Dass ich mich in deine für die Welt weit ausgebreiteten Arme werfen kann.
Dass ich dir von Gott erzählen kann, damit du die Schmach und den Spott der anderen nicht hörst.

Nimm mich mit Jesus, in dein Grab
Dass ich bei dir sein kann und du nicht alleine bist, wenn du die Dunkelheit des Todes erlebst.
Dass ich dich trösten und dir versprechen kann, dass du nicht im Dunkeln des Todes bleiben wirst.

Nimm mich mit Jesus, zur Auferstehung!
Dass ich mit dir gemeinsam die Herrlichkeit unseres Vaters erblicken darf!
Dass ich mit dir gemeinsam die unendliche Liebe Gottes erfahren darf!
Dass ich mit dir gemeinsam das ewige Leben geschenkt bekomme!


Sabina Pfeiffer, Wien

Dienstag,
07.04.2020

Gedanken zur Fastenzeit

Heute "Hosianna" und morgen "kreuzige ihn"!


Die Menge aber, die ihm voranging und nachfolgte, schrie: Hosianna dem Sohn Davids! Gelobt sei, der da kommt in dem Namen des Herrn! Hosianna in der Höhe!
Matthäus 21, Vers 9

Alle Evangelien berichten von dem triumphalen Einzug Jesu in Jerusalem, bei der das Volk in begeisterte Lobeshymnen ausbrach.

Verschiedene Evangelien berichten von Palmen- und grünen Zweigen die getragen und gestreut wurden und dass das Volk seine Kleider vor ihm auf dem Weg ausbreitete.

Allerdings wird wenig später berichtet, dass das Volk, schon wenige Tage danach, „kreuzige ihn“ skandierte, und ausrief „sein Blut komme über uns und über unsere Kinder“, was in den danach folgenden Zeiten auf schreckliche Weise Wirklichkeit wurde.

„Heute Hosianna und morgen kreuzige ihn“, ist fast sprichwörtlich geworden, und wenn man manches Politikerschicksal bedenkt, bestätigt sich das immer wieder. Wehe dem, der Erwartungen weckt und diese dann nicht erfüllt!

Trifft das auch auf Jesus zu? Jesus selbst hatte nie politische Erwartungen geweckt. Allerdings hatten Teile des Volkes entsprechende Erwartungen auf Ihn projiziert.

Auch wenn sich Jesus, um Missverständnissen vorzubeugen, selbst nie als „Messias“ bezeichnete, erwartete man doch einen Messias, als Volkshelden, der die Römer in die Flucht schlug und Israel wieder zu altem Glanz verhalf.

Ein, auf einem Esel reitender „Menschensohn“, der von sich sagte, dass sein Reich nicht von dieser Welt ist, weil er etwas viel Besseres zu bieten hat, entsprach nicht dem Bild, das man von einem „Befreier“ hatte. Das könnte den Sinneswandel des Volkes erklären.

Diese Geschichte macht neuerlich die Wankelmütigkeit der Menschen deutlich. Etwas, worauf das Wort Gottes ständig hinweist, wenn zum Beispiel geschrieben steht, dass wir uns nicht auf Menschen verlassen sollen.

Und das bezieht sich nicht nur auf Politiker, sondern gilt für jeden, der die in ihn gesetzten Erwartungen nicht erfüllt, und auch wir verhalten uns anderen gegenüber ganz genauso, wenn sie unsere Erwartungen nicht erfüllen.

Allein Gott ist treu. Deshalb können wir nur dann innere Stärke gewinnen, wenn wir uns fest zu Ihm und an Ihn halten und unser Vertrauen ganz auf Ihn setzen.

Das bewahrt uns vor Enttäuschungen und macht uns toleranter gegenüber unseren Mitmenschen, weil wir wissen, dass diese unsere Erwartungen gar nie erfüllen können, weil uns bewusst ist, dass alle ihre Grenzen haben und alle nur mit Wasser kochen.

All unsere Hoffnung sollen wir deshalb auf Christus setzen, der beim nächsten Mal nicht mehr auf einem Esel reitend, sondern auf einem weißen Pferd, als dem Zeichen des siegreichen Feldherrn, kommen wird, wie es in der Offenbarung bildhaft beschrieben ist.

Dann wird das Reich Gottes sichtbar, das alles das unendlich übersteigt, was von vergänglichen Menschen geschaffene Staatsformen, mitsamt ihren noch so genialen Führern, je erreichen können.

Und das ist unsere Hoffnung, aus der unsere Stärke erwächst.

Jörgen Bauer

Montag,
06.04.2020

Gedanken zur Fastenzeit

Ostern entgegen


"Von der Erde bist du genommen und zur Erde kehrst du zurück!" Mit diesen Worten werfe ich drei Schaufeln voll Erde ins Grab.

Es ist ein kalter Februartag heute. Hin und wieder bricht die Sonne durch den verhangenen Himmel. Nur eine kleine Trauergemeinde hat sich um das Grab versammelt. Es gibt nur noch wenige Angehörige und Freunde, die der 92-jährigen Verstorbenen die letzte Ehre erweisen können. Nach dem gemeinsamen "Vater Unser" spreche ich das Schlussgebet und erteile den Umstehenden den Segen. Dann spreche ich den Angehörigen mein Beileid aus und gehe zurück zur Sakristei. Erwin geht mit mir. So tut er es seit vielen Jahren. Erwin ist Totengräber. Eigentlich ist er ja schon längst im Ruhestand. Aber solange es gesundheitlich halbwegs geht, hilft er im Bestattungsunternehmen auch weiterhin aus wenn er gebraucht wird, sagt er.

"Hast du eine Ahnung, wie viele Menschen du auf ihrem letzten Weg begleitet hast?", frage ich Erwin. Er überlegt ein wenig. "Viele", sagt er dann, "sehr viele sind es wohl geworden in den fast fünfzig Jahren. Irgendwann hört man auf zu zählen." Erwin hat Recht. Mir geht es ähnlich. Ich könnte die Frage auch nicht beantworten.

Meine Gedanken gehen weiter. "Weißt du, Erwin", sage ich, "manchmal denke ich: Irgendwann sind wir es selbst, denen man das letzte Geleit gibt." - "Ja", meint Erwin, "irgendwann sind wir es selbst." Und nach einer kurzen Pause fährt er schmunzelnd fort: "Aber auch das werden wir schließlich überleben!"

Noch während ich überlege, wie ich auf diesen vermeintlichen Scherz reagieren soll, wird mir bewusst: Alles, was ich je bei Beerdigungen als Priester gesagt habe, alles, was ich zutiefst im Inneren glaube, alles, worauf die Christinnen und Christen ihre ganze Hoffnung setzen, hat der Erwin jetzt in einem einzigen Satz zusammengefasst. Ich bleibe stehen und schaue Erwin in die Augen: "Ja, du hast recht, Erwin - das werden wir auch noch überleben ..."

Langsam gehen wir weiter in Richtung Sakristei. Es ist immer noch kalt. Trotzdem bricht schon immer öfter die Sonne durch. Wir gehen Ostern entgegen.

Originalbeitrag von Pfarrer Franz Zeiger, Linz

Samstag,
04.04.2020

Gedanken zur Fastenzeit

Briefgeheimnis


Er lag nachts auf meinem Schreibtisch. Wenn ich frühmorgens von einer nächtlichen Discotour nach Hause kam und gerade noch drei Stunden Zeit zum Schlafen hatte, bevor ich wieder zur Schule musste, war er das personifizierte schlechte Gewissen: ein Brief meiner Mutter. Manchmal nur eine kleine Notiz, manchmal mehrere Seiten lang. Aber immer mit dem gleichen Thema: Sie redete mir ins Gewissen, warum ich denn in der Woche so lange feiern gehen müsse, ich solle doch bitte an meine Zukunft denken ...

Ihr kennt das vielleicht. Es hat mich genervt, Immer wieder hat sie diese Taktik gefahren. Als 17-Jähriger wollte ich das auf keinen Fall hören und schon gar nicht nachts um 3 Uhr lesen.

Circa fünf Jahre später habe ich dann sehnsüchtig auf Briefe von meiner Mutter gewartet. Ich habe im Ausland gearbeitet, als Animateur auf Ibiza, und kam mir zwischenzeitlich ziemlich verloren vor. Aber meine Mutter hat mir regelmäßig Briefe geschrieben. Mal eine kleine Notiz und mal einen seitenlangen Roman. In dieser Situation war es sehr motivierend, ihre Zeilen zu lesen, und jeder Brief meiner Mutter hat mich aufgemuntert: Alles wird gut! Das hat mich über Wasser gehalten. Ich bin ihr sehr dankbar dafür.

Die eine Geschichte hat mich genervt, die andere hat mich fröhlich gemacht. Beide haben mir allerdings gezeigt, dass meine Mutter mich liebt, dass ich ihr nicht egal bin und dass sie sich für mich und mein Leben interessiert.

So geht’s mir auch, wenn ich in die Bibel schaue, in die Wahnsinnssammlung von Briefen und Büchern über Gott und die Welt. Da stehen Dinge drin, die mich herausfordern und nerven, weil ich das einfach nicht hören will, nicht verstehe, weil es mich wirklich wütend macht. Ich verstehe längst nicht alles, kann mich mit einigen Themen überhaupt nicht identifizieren.

Und es gibt Geschichten, die mich berühren, die einen trüben Tag heller machen und die ich immer wieder lese. Zwischen den Zeilen dieser Bücher, Briefe und Lieder schimmert durch, dass die Verfasser und Autoren von einem Gott berichten, der sich für die Menschen interessiert und der sie liebt. Und das tut gut. Auch wenn’s manchmal nervt.

Aus: Daniel Schneider: Ich glaub an dich. – Gott. 52 Begegnungen der besonderen Art, S. 37–38

Freitag,
03.04.2020

Gedanken zur Fastenzeit

Gottes andere Logik


Wer sein Leben zu erhalten sucht, der wird es verlieren; und wer es verliert, der wird es gewinnen. (Lukas 17, Vers 33)

In diesem Vers, der in verschiedenen Variationen im Neuen Testament steht, geht es darum, um Jesu willen alles aufzugeben, bis hin zum eigenen Leben.

Aber soweit will ich hier gar nicht gehen.

Wir haben die Neigung alles das, was wir besitzen, mehr oder weniger verbissen festzuhalten und zu verteidigen. Das entspricht dem Verhalten des natürlichen Menschen. Und weil das so ist, verwenden wir viel Energie darauf das Eigene zu sichern.

Und wie krank die Menschheit ist, lässt sich daran erkennen, welcher gewaltige Aufwand getrieben werden muss, um uns vor uns selbst, das heißt, den eigenen "Artgenossen", zu schützen. Welcher Aufwand an Polizei, Militär, Sicherungseinrichtungen und dergleichen.

Und das gilt nicht nur für das materielle Eigentum, sondern auch für unser Leben und unsere Gesundheit. Welcher gewaltige finanzielle Aufwand wird da in Form von Versicherungsprämien und Vorsorgemaßnahmen, von Sicherheitsvorschriften erst gar nicht zu reden, getrieben!

Aber das beruhigt nicht unbedingt. Trotz aller Absicherungen und Garantien bleiben Angst und Sorge vor unvorhergesehenen Ereignissen. Der Mensch, der auf Erden Schätze sammelt und sein Herz an diese hängt, ist wirklich nicht zu beneiden, denn Angst und Sorge steigen mit der Menge seiner Güter, die es zu sichern gilt.

Wer nichts hat, kann nichts verlieren und dürfte demnach ein sorgenfreies Leben haben. Ist das so richtig? Ich habe mich jedenfalls eigentümlich frei gefühlt, als wir, vor über 50 Jahren, aus der DDR kommend, nichts hatten. Das änderte sich aber in dem Augenblick, als es mit uns wirtschaftlich aufwärts ging und es wieder etwas zu verlieren gab.

Eine kluge Politik sorgt deshalb dafür, dass das Eigentum breit gestreut ist, weil das die Treue zum Staat und damit auch die Verteidigungsbereitschaft erhöht. Aber das sei nur ganz am Rande angemerkt.

Meine Haltung änderte sich, als ich zum Glauben kam. Wenn einmal klar geworden ist, dass es im Grunde nur um vergängliches Gut, also den Schrott und das baufällige Haus von Morgen geht, wohingegen es ein unvergängliches Gut in der Ewigkeit gibt, ändern sich die Wertmaßstäbe.

Und so wurde es mir plötzlich möglich, mich innerlich von allen materiellen Gütern loszusagen. Da merkte ich auf einmal, wie unfrei man ist, wenn man sich an irdisches Gut hängt. Man wird dadurch regelrecht versklavt, was bereits mit der Sorge um den Besitz anfängt.

Die erstaunliche Erfahrung ist die, dass man durch das sich Lossagen nichts verliert. Im Gegenteil, man bekommt die Dinge auf eine ganz neue Weise zurück, in dem man sie ganz ungezwungen, fröhlich und frei als Gaben Gottes genießen kann.

Und noch etwas: Alles was wir haben, sind Leihgaben Gottes. Auch unser Leben ist ein geliehenes Leben. Auch unsere liebsten Angehörigen gehören uns nicht, sondern sind uns von Gott anvertraut. Dazu ein passender Spruch: "Meine Eltern wollten ein Kind, Gott wollte mich!"

Wenn die Besitz- und Eigentumsverhältnisse (und Familienverhältnisse!) einmal im Lichte Gottes geklärt sind, lebt es sich ganz anders. Viel freier. zufriedener und glücklicher. Man kann dann auch fröhlich für Gottes Gaben danken, sie unbeschwert nutzen und andere daran teilhaben lassen.

Was nicht heißt, dass man für das anvertraute Gut und die uns anvertrauten Menschen, nicht verantwortlich wäre. Aber das ist eine völlig andere Ausgangslage, als die, die dem Besitzdenken zugrunde liegt.

Um jetzt nochmals auf den Eingangsvers zurückzukommen:

Je verbissener wir festhalten umso mehr verlieren wir. Je mehr wir loslassen umso mehr gewinnen wir.

Jörgen Bauer

Donnerstag,
02.04.2020

Gedanken zur Fastenzeit

Genieße das Wochenende


Zu einem vernünftigen Lebensrhythmus gehört auch das Wochenende. Es wäre unklug, diese freie Zeit mit Terminen zu überhäufen oder sie zu verschlafen, weil dann den Tagen ein Rhythmus fehlt, der zur Freude am Leben beiträgt. Zwei Erholungstage am Wochenende, die man zweckfrei genießen kann – was für ein Geschenk!

Bereits den Eintritt ins arbeitsfreie Wochenende kann man bewusst vollziehen. Der eine holt sich am Samstag früh immer zur gleichen Zeit in derselben Bäckerei ein Stück Pflaumenkuchen, das er dann daheim mit einer Tasse Kaffee in Ruhe genießt. Andere gehen stets zur selben Stunde auf den Markt. Dort kaufen sie ein und begegnen immer denselben Leuten – hinter dem Gemüsestand und davor. Wieder andere treffen sich zu einem Plausch im Café oder beim Frühschoppen im Wirtshaus – all diese Rituale sind ein Teil vom Lebensrhythmus.

Am Wochenende darf der Mensch endlich nichts tun. Das ist gar nicht einfach. Eine der härtesten Übungen ist es, sich hinzusetzen, vielleicht auf eine Parkbank, auf den Balkon oder an den Waldrand, und eine Stunde lang nichts zu machen, sondern nur von innen nach außen zu schauen. Manche glauben, dass man so die Zeit vertrödelt. Doch es kann eine eigene, sehr bewusst getroffene Entscheidung sein, nichts zu tun. Man sitzt einfach da, ist hellwach und lässt Gedanken an sich herankommen. Aber man zwingt sie nicht herbei, sondern lässt sie auftauchen und vorüberziehen.

Viele Menschen schlagen in ihren Erholungsphasen die Zeit tot, indem sie von einem Privattermin zum anderen hasten, um bloß nichts zu versäumen – hier eine Party, dort eine Vernissage, abends das Fitnessstudio, danach die Disko. Doch wenn Körper und Seele regenerieren sollen, muss sich der Mensch „entschleunigen“: etwas bewusst ganz langsam tun, sich Zeit lassen, einen Gang zurückschalten – nur so nimmt der Mensch wahr, was um ihn herum und in ihm geschieht.

Aus: Gert Böhm / Johannes Pausch: Nimm deine Zeit an die Hand. Kleine Schritte zum guten Leben, S. 18–19

Mittwoch,
01.04.2020

Gedanken zur Fastenzeit

Gott ist die einzig wahre Quelle


Habe deine Lust am HERRN; der wird dir geben, was dein Herz wünscht.
Psalm 37,4 (LUT)

Wir sind als Menschen von Gott geschaffen, um glücklich zu sein und uns gut zu fühlen. Wir müssen uns sogar gut fühlen, sonst entwickeln wir langfristig irgendein unkontrolliertes, ungesundes Verhalten, um uns das gute Gefühl zu verschaffen, nach dem wir uns sehnen.

Denken Sie einmal darüber nach. Ein Drogenabhängiger hat wahrscheinlich angefangen Drogen zu nehmen, weil sein innerer Schmerz so groß war, dass er ihn irgendwie loswerden musste, auch wenn es nur vorübergehend war. Das Gleiche gilt für Alkoholismus oder Essstörungen. Wenn das gute Gefühl nicht in uns drin ist, dann versuchen wir, es uns durch äußere Mittel zu verschaffen.

Gott hat uns so gemacht und er ist der Einzige, der unser Innerstes ausfüllen kann. Wenn wir versuchen, unser gutes Gefühl auf andere Weise zu bekommen als durch Gott, dann ersetzen wir nur das Echte durch eine billige Fälschung. Was auch immer Ihre seelischen Bedürfnisse heute sind, Sie müssen wissen, dass nur Gott sie wirklich befriedigen kann. Er ist die einzig wahre Quelle des Lebens. Kommen Sie zu ihm – er ist der Einzige, der Sie erfüllen kann.

Gebet: Gott, ich will meine Zeit nicht damit verschwenden, billigen Fälschungen nachzujagen. Du bist der Einzige, der mich wirklich erfüllen kann. Zeige mir, wie ich jeden Tag meine wahre Freude und Befriedigung in dir finden kann.

Joyce Meyer

Dienstag,
31.03.2020

Gedanken zur Fastenzeit

Gebet für das Leben der Welt


Wohin wir uns auch wenden, o Gott,
erblicken wir dein Antlitz:
im Schein des Mondes und den Sternbildern,
in zerklüfteten Bergen und alten Hainen,
in der mächtigen See und den Geschöpfen der Tiefe.

Wohin wir uns auch wenden, o Gott,
erblicken wir dein Antlitz:
im Licht der Augen, die wir lieben,
im Salz der Tränen, die wir geschmeckt haben,
in wettergegerbten Gesichtern in Ost und West,
in zarter Kinderhaut rund um die Welt.

Wohin wir uns auch wenden, o Gott,
erblicken wir dein Antlitz.
Dein Antlitz ist mitten unter uns.

Aus: John Philip Newell: Mit der Erde beten. Ein Gebetbuch des spirituellen Friedens, S. 57

Montag,
30.03.2020

Gedanken zur Fastenzeit

Ist "dienen" ein Unwort?


Der Menschensohn ist nicht gekommen, dass er sich dienen lasse, sondern dass er diene und gebe sein Leben zu einer Erlösung für viele.
Matthäus 20, Vers 28

Das Wort "Dienen" ist etwas außer Gebrauch gekommen. Hat es doch einen mehr abwertenden Beigeschmack. In vielen Ohren hört sich da zum Beispiel der Begriff "Selbstverwirklichung" viel besser an.

Es wird als erstrebenswert angesehen selbst "wer zu sein", anstelle für andere da zu sein. Glaubt man manchen Aussagen, scheint es nur noch darum zu gehen anspruchsvoll zu sein, Forderungen zu stellen und sich mit nichts zufrieden zu geben. Kein Wunder, wenn dann keiner mehr zu denen gehören möchte, die zur Erfüllung der daraus resultierenden Ansprüche herhalten müssen.

Die Maßstäbe Gottes sind, auch hier, unserem natürlichen, ichzentrierten Wesen völlig entgegengesetzt. Gott selbst dient uns. Nichts anderes beinhaltet der Begriff Gottesdienst. Gott verströmt sich in hingebungsvoller Liebe in dem er alle Dinge erhält und trägt.

Und wie der Vater, so auch der Sohn, der nicht gekommen ist, um sich verehren und beweihräuchern zu lassen, sondern der kam, um uns etwas zu bringen, nämlich unvergängliches, ewiges Leben. Dazu ist er für uns am Kreuz gestorben. Da kann man nur mit dem Liederdichter fragen: "Wo ist so ein Herr zu finden, der was Jesus tat, mir tut?"

In der Bibel, im Neuen Testament, geht es auch darum, dass wir gewinnen, wenn wir etwas hingeben und dass wir Gefahr laufen am Ende alles zu verlieren, wenn wir meinen, alles verbissen festhalten zu müssen. Deswegen ist Geben seliger denn Nehmen, deshalb hat Gott einen fröhlichen Geber lieb und deshalb sagt Jesus, dass der sein Leben verlieren wird, der es um jeden Preis behalten möchte.

Die göttliche Logik und die göttliche Gesetzmäßigkeit sind anders. Das kann man nicht oft genug wiederholen, und jeder der sich darauf einlässt, macht die Erfahrung, dass da etwas dran ist. Nicht nur in Bezug auf Gott und den Glauben, sondern bereits im alltäglichen Umgang mit unseren Mitmenschen. Am Ende wird man dann die Erfahrung machen, dass man selbst keinen Mangel leiden muss, sondern auch für einen selbst bestens gesorgt ist.

Viele haben das erkannt. So konnte sich der Preußenkönig Friedrich II, auch wenn er sonst ziemlich kriegerisch veranlagt war, als den ersten Diener seines Staates bezeichnen. Eine vorbildliche Haltung, die auch manchem Manager oder Politiker unserer Tage gut zu Gesicht stünde.

Und der Milliardär Rockefeller wurde erst dann ein gesunder und zufriedener Mensch, als er einsah, dass das Scheffeln weiterer Millionen letztlich sinnlos ist, weshalb er damit anfing, sein Vermögen zu wohltätigen Zwecken zu verteilen.

Wir müssen aber weder Könige noch Milliardäre sein, um damit anzufangen, segensreich in unsere Umwelt hineinzuwirken. Dient einander, ein jeder mit der Gabe, die er empfangen hat, lesen wir dazu im Neuen Testament. Das reicht völlig aus.

Der Herr aller Herren und König aller Könige war sich nicht zu schade, uns bis zur letzten Konsequenz zu dienen. Wie könnten wir da noch an egoistischer "Selbstverwirklichung" auf Kosten unseres Umfeldes interessiert sein?

Jörgen Bauer

Samstag,
28.03.2020

Gedanken zur Fastenzeit

Danke für den neuen Tag!


Herr, ich danke dir für diesen neuen Tag. Du allein weißt, was er bringt. Ich nehme ihn an aus deiner Hand, Stunde für Stunde. Gib mir Gelassenheit, Sinn für Realitäten, Mut zu kleinen Schritten!

Ich bitte dich, dass ich wenigstens hin und wieder frei bin von Pflichten und Befehlen, dass ich Zeit habe für Menschen, die einen Tröster brauchen.

Lass mich diesen Tag verstehen wie einen Acker, den ich mit dem Pflug aufreißen soll! Ich möchte Liebe hineinwerfen.

Vergiss nicht, dass ich von Zeit zu Zeit ein paar Freunde brauche, die behutsam fragen, wie es geht. Amen.

Aus: Reinhard Abeln, Das große Buch der Gebete für die ganze Familie, S. 62

Freitag,
27.03.2020

Gedanken zur Fastenzeit

Ungesunde Geschäftigkeit


Kommt her zu mir alle, die ihr mühselig und beladen seid, so will ich euch erquicken! Nehmt auf euch mein Joch und lernt von mir, denn ich bin sanftmütig und von Herzen demütig; so werdet ihr Ruhe finden für eure Seelen! Denn mein Joch ist sanft und meine Last ist leicht.
Matthäus 11,28-30 (SLT)

Als junger Christ war ich sehr begeistert und wollte Gott eifrig dienen. Also habe ich meine Hilfe bei allen Aktivitäten angeboten, die auch nur ansatzweise interessant erschienen. Einerseits lernte ich dadurch ganz schnell, wozu Gott mich begabt hatte. Andererseits verbrachte ich nur unregelmäßig Zeit mit Gott, weil ich derart beschäftigt war. Ich tat zwar alles Mögliche für ihn, aber beachtete ihn dabei kaum. Ich erledigte die Aufgaben aus eigener Kraft und war oft frustriert.

Es waren „Werke des Fleisches“, also Dinge, die wir tun, ohne dass dabei Gottes Kraft durch uns fließt. Solche Aufgaben fallen uns schwer, rauben uns Kraft und bringen keine Freude und Erfüllung. Es sind oft gute Werke, aber nicht Gottes Werke.

Man kann durch religiöse Aktivität buchstäblich ausbrennen, wenn man versucht, Gott aus eigener Kraft zu dienen. Aber Jesus ist nicht für uns gestorben, damit wir pausenlos aktiv sind. Er starb, damit wir durch ihn eins sein können mit Gott und eine tiefe, persönliche Beziehung mit Gott, dem Vater, Gott, dem Sohn, und Gott, dem Heiligen Geist, haben können. Müssen Sie heute ein paar „Werke des Fleisches“ streichen, um wirklich Zeit mit Gott verbringen zu können?

Gebet: Herr, ich sehe ein, dass gute Werke kein Ersatz dafür sind, dich wirklich zu kennen. Ich will sinnlose Aktivitäten streichen und mehr Zeit mit dir verbringen. Hilf mir dabei, in dir zur Ruhe zu kommen.

Joyce Meyer

Donnerstag,
26.03.2020

Gedanken zur Fastenzeit

Alles ist erleuchtet


Noch manchmal, wenn wir uns umarmten,
oft grundlos traurig, grundlos froh.
Einmal, als ich ein Mädchen hörte
in einer Kirche, irgendwo.
Als wir klitschnass am Waldrand hockten,
und ein Regenbogen stand.
Und wenn ich plötzlich Menschen mochte,
die ich zuvor noch nicht gekannt.
Wenn ich‘s vor Heimweh nicht mehr aushielt,
fuhr nachts zurück, um dich zu sehn.
In vielen Augenblicken dacht ich:
Vielleicht wird‘s nie wieder so schön,
vielleicht wird‘s nie wieder so schön.

(Gerhard Schöne)

Wer kennt sie nicht, solche Augenblicke und das Gefühl: Vielleicht wird’s nie wieder so schön!?

Sicher, das Glück, den besonderen Augenblick kann man nicht einfrieren, konservieren und in Notzeiten dann wieder auftauen und aufbrühen wie Instant-Kaffee. Aber ich lebe von solchen Erfahrungen. Sie geben mir Kraft.

Eine solche einmalige Gipfelerfahrung machen auch die Freunde von Jesus. Auf diesem Gipfel bin ich selbst schon gestanden. Es ist der „Berg der Verklärung“, der Berg Tabor am Ostrand der Jesreel-Ebene in Galiläa. Der 588 Meter hohe Gipfel bietet eine sagenhafte Weitsicht. Von oben gesehen werden der Alltag und seine Probleme plötzlich so klein. Die Relationen verschieben sich – eine besondere Form von Glück.

Auf diesem Berg, so sagt die christliche Überlieferung, soll Jesus „verklärt“ worden sein. Jesus hat ein paar seiner Freunde dabei und er wird dort oben verwandelt zu einer Lichtgestalt. Mose und der Prophet Elija sind zu sehen. Ein überwältigendes, unfassbares Gipfeltreffen, ein unsagbares Glück des Glaubens: Sehen, was man sonst nur glauben kann! – Kein Wunder, dass Petrus das irgendwie konservieren möchte durch einen spontanen Hüttenbau für die Leute.

Ich kann ihn gut verstehen, denn Gipfelerlebnisse gewähren uns nicht nur Glück, sondern auch tiefe Einsichten und grundlegende Erfahrungen. Sie will ich erhalten. Sie sind wichtig, weil ich dadurch zu mir finden kann. Und sie geben mir Kraft, die Täler, den öden Alltag und manche Probleme zu bestehen.

„Verklären“, das kann bedeuten: beschönigen und idealisieren. Das deutsche Wort kommt aber von „erhellen“ oder „erleuchten“. Gipfelerlebnisse erleuchten meinen Weg. Und das Evangelium gibt mir zwei Tipps mit: „Auf ihn sollt ihr hören!“, sagt die göttliche Stimme aus einer Wolke. Aber „als sie dann um sich blickten, sahen sie auf einmal niemand mehr bei sich außer Jesus.“

Einfach mal ich selber sein…, zu mir finden, das Glück finden, das geht meiner Erfahrung nach nicht so sehr durch permanente Gipfelerlebnisse, sondern durch ein tagtägliches, geduldiges, treues und mutiges Hinhören und Aufsehen auf Jesus, der ein Freund an unserer Seite sein will. Zum Nachlesen: Markus 9,2-10

Matthias Walter

Mittwoch,
25.03.2020

Gedanken zur Fastenzeit

Das Beste kommt noch


Einer Frau wurde eine unheilbare Krankheit diagnostiziert. Der Arzt sagte, sie hätte nur noch drei Monate zu leben. Sie fing also an, alles in Ordnung zu bringen und alles zu organisieren. Sie rief auch den Pastor an, und bat ihn zu ihr zu kommen, um ihre Wünsche für die Beerdigung abzusprechen. Sie sagte ihm, welche Lieder gesungen werden sollten, welche Bibeltexte gelesen werden sollten und in welchem Kleid sie beerdigt werden wollte. Sie sagte auch, dass sie ihre Bibel in der linken Hand halten wolle.

Als der Pastor gehen wollte, erinnerte sich die Frau an ein wichtiges Detail, das sie vergessen hatte. „Herr Pastor, eins noch….", sagte sie aufgeregt. „Das ist auch noch sehr wichtig für mich! Ich möchte, dass ich eine Gabel in meiner rechten Hand halte, wenn ich im Sarg aufgebahrt werde."

Dem Pastor fehlten buchstäblich die Worte. „Das überrascht Sie sicher." fuhr die Frau ruhig fort. „Oh ja!", stammelte der Geistliche.

Die Frau fing an zu erklären:
„In all den Jahren, in denen ich an den vielen Empfängen teilnahm, wurde ich immer mal wieder daran erinnert, meine Gabel zu behalten, wenn das Geschirr abgeräumt wurde. 'Behalten Sie ihre Gabel' – irgendeiner sagte es bestimmt. Und ich freute mich dann immer, denn ich wusste, dass noch etwas Besseres kommen würde! Leckere Schokoladendesserts, Kuchen, Apfelstrudel oder Eis. Irgend etwas wunderbares, was das große Mahl perfekt abrundete."

Der Pastor lächelte.
„Ich möchte", fuhr die Frau fort, „dass die Leute, die mich im Sarg sehen, sich wundern, warum ich die Gabel in der Hand halte. Und ich will, dass Sie ihnen sagen: 'Behalten Sie ihre Gabel – das Beste kommt erst noch!'"

Der Pastor fing beinahe an zu weinen , als er die Frau beim Abschied umarmte. Er wusste, dass es eines der letzten Male war, bevor sie sterben würde. Aber er wusste auch, dass die Frau eine bessere Vorstellung vom Himmel hatte, als er selbst. Sie WUSSTE und vertraute, dass noch etwas Besseres auf sie wartete.

An der Beerdigung gingen die Menschen an ihrem Sarg vorbei und sahen ihr schönes Kleid, ihre Bibel in der linken Hand und die Gabel in der Rechten! Und immer wieder hörte der Pastor die Frage: „Warum hat sie eine Gabel in der Hand?" und sein Lachen wurde größer und freudiger bei jedem Mal.

Während der Predigt berichtete der Pastor von der Unterhaltung, die er vor kurzem noch mit der Frau hatte. Er erklärte, was die Gabel in der Hand sollte und was sie der Frau bedeutete, dass er nicht mehr aufhören konnte, an die Gabel zu denken und dass er hoffe, dass auch die Anwesenden die Gabel nie mehr vergessen würden.

Verfasser unbekannt

Dienstag,
24.03.2020

Gedanken zur Fastenzeit

Wenn das Leben nicht nach Plan verläuft


Wir wissen aber, dass denen, die Gott lieben, alle Dinge zum Besten dienen, denen, die nach dem Vorsatz berufen sind.
Römer 8,28 (SLT)

In Römer 8,28 schreibt der Apostel Paulus, dass alle Dinge zum Guten zusammenwirken. Beachten Sie, dass Paulus nicht schreibt, dass alles gut ist, sondern dass alles zum Guten zusammenwirkt. Laut Römer 12,16 sollen wir uns „bereitwillig aufeinander einstellen“ (nach AMP). Wir müssen lernen, zwar einerseits zu planen, aber andererseits nicht auszuflippen, wenn unsere Pläne sich nicht verwirklichen lassen.

Nehmen Sie einmal an, Sie steigen ins Auto und es springt nicht an. Sie haben zwei Möglichkeiten darauf zu reagieren. Sie können jetzt denken: „Ich hab's doch gewusst. Bei mir geht immer alles schief.“ Oder Sie sagen sich: „Ich kann zwar im Moment nicht wegfahren, aber das ist auch in Ordnung. Ich glaube, dass diese Planänderung etwas Gutes für mich beinhaltet. Gott hat alles in der Hand.“

Lassen Sie es zu, dass Gott Ihre Ehre ist und Sie aufrichtet (Psalm 3,4). Er will alles aufrichten: Ihre Hoffnung, Ihre Einstellung, Ihre Stimmung, Ihr Haupt, Ihre Hände, Ihr Herz – Ihr ganzes Leben. Denken Sie daran, dass Gott gut ist, auch wenn das Leben nicht nach Plan verläuft.

Gebet: Herr, weil ich weiß, dass du alles in der Hand hältst und alles zum Guten zusammenwirken lässt, kann ich flexibel bleiben, wenn mein Leben nicht so verläuft wie geplant. Hilf mir, das Gute zu erkennen und eine positive Einstellung zu bewahren, wenn die Dinge nicht nach meinen Vorstellungen laufen.

Joyce Meyer

Montag,
23.03.2020

Gedanken zur Fastenzeit

Mühevolle Arbeit


Ein junger Mann klagte einem Eremiten sein Leid: „Ich lese viele heilige Texte, ich vertiefe mich in die Schönheit der Worte und möchte sie in mir bewahren. Aber es gelingt mir nicht, ich vergesse alles. Ist nicht die mühevolle Arbeit des Lesens ganz umsonst?”

Der Eremit hörte ihm gut zu. Danach ließ er ihn einen schmutzverkrusteten Korb aufnehmen, der neben der Hütte stand: „Hol mir aus dem Brunnen dort Wasser”, sagte er. Widerwillig tat der Mann, wie ihm geheißen. Das Wasser war längst herausgerieselt, als er zurück kehrte.

„Geh noch einmal”, sagte der Eremit. Der junge Mann folgte. Ein drittes und viertes Mal musste er gehen. Der Alte prüft meinen Gehorsam, ehe er meine Frage beantwortet, dachte er. Immer wieder füllte er Wasser in den Korb, immer wieder rann es zu Boden. Nach dem zehnten Mal durfte er endlich aufhören.

„Sieh den Korb an”, sagte der Eremit. „Er ist ganz sauber”, sagte der junge Mann. „So geht es dir mit den Worten, die du liest und bedenkst”, sagte der Eremit. „Du kannst sie nicht festhalten, sie gehen durch dich hindurch, und du hältst die Mühe für vergeblich. Aber, ohne dass du es bemerkst, klären sie deine Gedanken und machen das Herz rein.

Autor unbekannt

Samstag,
21.03.2020

Gedanken zur Fastenzeit

Jesus erkennen


"Das ist aber das ewige Leben, daß sie dich, den allein wahren Gott, und den du gesandt hast, Jesus Christus, erkennen".
Johannes 17,3

Es gibt keine Alternative zur Vergebung der Sünden und zu einer persönlichen Gottesbeziehung, als allein die Begegnung mit Jesus Christus. Hier geht es nicht um Erkenntnis oder einem intelektuellen Überzeugtsein, oder logischen Schlußfolgerungen, denen man sich anschließt, sondern um das Erfassen von dem was Jesus Christus ist. Nicht zwangsläufig was er getan hat (das ist die Konsequenz) sondern wer er als Person und Persönlichkeit in seinem innersten Wesen ist. Das hat einen Ewigkeitscharakter, denn Jesus ist das ewige Leben, da er das Leben leibhaftig in sich hat, wie wir in Johannes 5,26 lesen: "Denn wie der Vater das Leben in sich selbst hat, so hat er auch dem Sohn verliehen, das Leben in sich selbst zu haben". Das bedeutet nichts anderes, als das sich Gott in Jesus Christus sichtbar gemacht hat und in ihm (Jesus) sich das Leben selbst verliehen hat - das Wort wurde Fleisch (Johannes 1,14). Und in 1. Johannes 5,12 lesen wir: "Wer den Sohn hat, der hat das Leben; wer den Sohn Gottes nicht hat, der hat das Leben nicht". Jesus erkennen bedeutet nichts anders, als das wahre Leben zu begreifen und im Glauben erfassen zu können. Man kann nicht unlebendig (tot) sein und leben wollen, sondern man muss leben, um das wahre (ewige) Leben zu ergreifen. Wenn wir aber durch unsere Sünden keinerlei Anteil an diesem ewigen Leben in Christus haben, haben wir "das Leben" eben nicht. Wir sind tot in unseren Sünden gewesen (Epheser 2, 1-2) und erst die Begegnung mit Jesus (die ER suchte) hat alles geändert. Ein Toter sucht nicht das Leben. Jesus zu sehen heißt sozusagen aus der sündigen Totenstarre aufzuwachen und zum Leben im Glauben zu kommen. Das bewirkt der unmittelbare Kontakt mit dem Sohn Gottes.

Menschen haben Jesus nicht darum abgelehnt (und tun es noch) weil sie seinen Taten nicht glauben wollten, sondern ihn in erster Linie als den ablehnten, der er war und beanspruchte zu sein. Die jüdische Elite zur Zeit Jesu wollten den Sohn Gottes vor allem deshalb tot sehen, weil sie genau verstanden hatten, was er sagte und wofür er mit seinem Namen stand. Jesus nannte Gott seinen Vater (Johannes 5,17) und er selbst wird in der Bibel "Sohn Gottes" genannt (Johannes 11,27). Das Judentum zu dieser Zeit sah die Sohnschaft nicht als etwas Geringeres als die Gottheit an. Deshalb lesen wir auch in Johannes 5,18: "Darum suchten die Juden nun noch mehr, ihn zu töten, weil er nicht nur den Sabbat brach, sondern auch Gott seinen eigenen Vater nannte, womit er sich selbst Gott gleich machte". Sie haben Jesus einfach nicht erkannt und haben darum auch alle seine Worte, Wunder und Zeichen nicht ernstgenommen und versucht sie durch Logik, oder dem Vorwurf der Dämonie, zu entkräften. Auch dem Jünger Thomas war das nicht sofort bewusst, als er Jesus aufforderte im den Vater zu zeigen - Johannes 14, 5-7: "Thomas spricht zu ihm: Herr, wir wissen nicht, wohin du gehst. Und wie können wir den Weg wissen? Jesus spricht zu ihm: Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben. Niemand kommt zum Vater als nur durch mich. Wenn ihr mich erkannt habt, werdet ihr auch meinen Vater erkennen; und von jetzt an erkennt ihr ihn und habt ihn gesehen". Wer Jesus erkannt und "gesehen" hat, der hat auch gleichzeitig den Vater erkannt und hat durch Jesus eine Beziehung zu ihm. In Jesus Christus ist das in uns lebendig geworden, was ursprünglich von Gott kommt. Und gestorben ist das, was nicht von Gott kommt - Römer 8,10: "Wenn aber Christus in euch ist, so ist der Leib zwar tot um der Sünde willen, der Geist aber ist Leben um der Gerechtigkeit willen".

Jörg Bauer

Freitag,
20.03.2020

Gedanken zur Fastenzeit

Unser Lebensbuch


Wir alle schreiben ein Buch, das Buch unseres Lebens. Wenn jeder Tag, den wir erleben, nur eine Seite füllt, dann ist unser Leben ein dickes Buch mit vielen tausend Seiten. Was steht da alles drin?!

Manche Seiten quellen über von großer Freude, die wir erlebten. Sie erzählen von der Lust am Leben, sprechen von schönen Dingen, glücklichen Zeiten und herrlichen Erlebnissen.

Manche Seiten unseres Lebensbuches sind erfüllt von Begegnungen mit Menschen und Ländern, Büchern und Gedanken, Kunst und Musik. Welch ein Reichtum liegt in diesen Seiten verborgen!

Manche Seiten zittern noch von der Spannung und Dramatik, in die wir gerieten. Wie viele Abenteuer und Gefahren haben wir erlebt, welche Grenzen und Proben erfahren, was für Kämpfe und Herausforderungen empfangen! Wir sind darin gewachsen und gereift, geläutert und gestärkt.

Manche Seiten sind noch ganz nass von den Tränen, die wir darauf geweint haben. Schmerzen und Leid, Trauer und Einsamkeit füllen viele Seiten unseres Lebensbuches. Wir erkennen sie am schwarzen Rand der leisen Schwermut, und sie erinnern uns an durchwachte Nächte und durchlittene Tage, an Verlust von Menschen, an gestorbene Hoffnungen, an riesige Enttäuschungen und schmerzhafte Kränkungen. Das Leben war mehr als einmal auch zum Weinen.

Und manche Seiten möchten wir am liebsten herausreißen. Das sind die Seiten im Lebensbuch, die wir verkehrt geschrieben, verkleckst und verkorkst haben. Seiten voller Fehler, an die wir uns nicht gerne erinnern und die wir niemandem zeigen möchten. Falsch gelebt, lieblos geredet, gedankenlos gehandelt, unwahr gesprochen. Worte und Dinge, die wir gern ungeschehen machen würden. Eine tiefe Wehmut legt sich wie ein dunkler Schatten auf uns, wenn wir diese Seiten bedenken.

Kein Mensch nimmt uns unsere Fehler und diese Wehmut ab. Die Seiten fallen uns schwer auf die Seele. Vor Menschen möchten wir sie verbergen und verstecken. Aber bei Gott sind sie alle offenbar. Doch gerade Gott liebt uns mit den dunklen Seiten in unserem Lebensbuch. Er will sie uns vergeben und die ganze Schuld eines langen Lebens ausradieren. Mit der Liebe Jesu können wir ganz neu beginnen, zu leben und uns zu freuen, denn alle Sünde hat er für uns getragen.

Aus Axel Kühner: Überlebensgeschichten für jeden Tag

Donnerstag,
19.03.2020

Gedanken zur Fastenzeit

Manche Menschen wissen nicht.


Manche Menschen wissen nicht,
wie wichtig es ist, dass sie einfach da sind.
Manche Menschen wissen nicht,
wie gut es tut, sie nur zu sehen.
Manche Menschen wissen nicht,
wie tröstlich ihr gütiges Lächeln wirkt.
Manche Menschen wissen nicht,
wie wohltuend ihre Nähe ist.
Manche Menschen wissen nicht,
wie viel ärmer wir ohne sie wären.
Manche Menschen wissen nicht,
dass sie ein Geschenk des Himmels sind.
Sie wüssten es,
würden wir es ihnen sagen.

Paul Celan

Mittwoch,
18.03.2020

Gedanken zur Fastenzeit

Behüten Sie Ihr Herz


Vor allem aber behüte dein Herz, denn dein Herz beeinflusst dein ganzes Leben.
Sprüche 4,23 (NLB)

In Sprüche 4,23 heißt es, wir sollen unser Herz behüten, „denn dein Herz beeinflusst dein ganzes Leben“. Denken Sie einmal darüber nach. Alles, was Sie in Ihrem Herzen tragen, wird sich letzlich auch in Ihrem Alltag zeigen. Was auch immer in Ihnen drinsteckt, wird irgendwann nach außen kommen und für alle sichtbar sein. Schon alleine deshalb ist es sehr wichtig, dass wir genau darauf achten, was unser Herz formt. Ich will nicht, dass eines Tages etwas Hässliches, Sündiges und Egoistisches nach außen dringt und meine Beziehungen zu anderen Menschen zerstört.

Ihr Herz zu behüten heißt zum größten Teil, auf Ihre Gedanken, Ihre Worte und Ihre Einstellung zu achten. Ihre Worte verraten meist was Sie denken. Was Sie sagen beeinflusst, wie Sie sich fühlen, und das zeigt sich wiederum in Ihrer Einstellung.

Im Alltag bestimmt Ihr Herz, wie Sie mit verschiedenen Lebenslagen umgehen – ob Sie in einer stressigen Situation inneren Frieden bewahren oder platzen. Es bestimmt Ihre Reaktion auf andere Menschen, ob Sie mitfühlend und verständnisvoll sind oder arrogant und verurteilend – besonders wenn Sie anderer Meinung sind!

Sie können versuchen, Ihre Worte und Ihre Einstellung nicht durch Ihre geheimen Gedanken beeinflussen zu lassen, aber ich finde es einfacher, gleich mit gottgefälligen Gedanken anzufangen. Verbringen Sie Zeit in Gottes Nähe und lassen Sie den Heiligen Geist Ihr Herz mit seiner Güte erfüllen.

Gebet: Herr, ich will, dass mein Herz ganz mit deinen Gedanken und Wünschen erfüllt ist. Ich weiß, dass sich mein Herz positiv verändern wird, wenn ich mehr Zeit in deiner Gegenwart verbringe und mich ganz auf dich konzentriere. Das wird auch den Rest meines Lebens in einer Weise beeinflussen, dass es dir gefällt.

Joyce Meyer

Dienstag,
17.03.2020

Gedanken zur Fastenzeit

Senfkörner und Berge


Denn wahrlich, ich sage euch: Wenn ihr Glauben habt wie ein Senfkorn, so könnt ihr sagen zu diesem Berge: Heb dich dorthin!, so wird er sich heben; und euch wird nichts unmöglich sein.
Matthäus 17, Vers 20

Darf man dieses Wort Jesu wortwörtlich nehmen? Würde man Gott nicht in einer unzulässigen Weise versuchen, wenn man hier die Probe aufs Exempel machen würde, und welchen Sinn hätte es überhaupt, einen Berg von der Stelle zu bewegen? Wäre das nicht ein sinn- und nutzloses Experiment?

Und dass ein Glaube wie ein Senfkorn, und damit ein sehr schwacher Glaube, so etwas bewirken soll, scheint ohnehin sehr merkwürdig.

Um es gleich zu sagen: Die Aussage Jesu ist nicht wortwörtlich zu nehmen! Der Ausdruck "Berge versetzen", war zu Zeiten Jesu eine sprichwörtliche Redewendung, die soviel bedeutete, wie "das Unmögliche möglich machen".

Jesus will uns hier sagen, dass dem Glauben nichts unmöglich ist. Denkt Jesus hier an die Gnadengabe eines wundertätigen Glaubens (1. Korinther 12,9)?

Ich wollte das nicht so eingegrenzt sehen, sondern darauf verweisen, dass Gott auf den Glauben den allergrößten Wert legt und dass er uns in seinem Wort zusagt, dass der Glaube an IHN nicht vergeblich ist und dass die Hoffnung auf IHN nicht zuschanden macht.

Im Vertrauen auf Gottes Zusagen kann der Christ deshalb große Dinge wagen. Allerdings muss er zuvor Gewissheit darüber haben, dass das was er vorhat, dem Willen Gottes entspricht. Dazu ist das Gebet und die Bitte um die Leitung durch den Heiligen Geist nötig.

Und viele Christen können bestätigen dass dies so ist. Und das gilt nicht nur für zahlreiche christliche Sozial- oder Missionswerke, die oftmals mit Nichts angefangen haben, sondern auch für das persönliche Leben.

Auch ich konnte schon derartige Erfahrungen machen, dass Gott in einer Sache führte und sich zur richtigen Zeit immer die genau passenden "Zufälle" einstellten, die manchmal so präzise waren, dass ich nicht mehr an Zufall glauben konnte.

Schief gehen die Dinge dann, wenn wir uns vormachen, dass ein Vorhaben von Gott gewollt ist und wir dann darangehen Gott zu versuchen.

Wenn wir aber Gott vertrauen und uns von IHM leiten lassen, dann hilft er uns dabei Berge zu versetzen. Wobei die Berge zumeist aus Problemen und Aufgaben bestehen, die sich scheinbar unüberwindlich vor uns auftürmen.

Was hilft, ist jeden Tag die Durchhilfe Gottes in Anspruch zu nehmen und IHM die Führung zu überlassen, denn ER macht es in einer Weise wohl, dass wir staunen müssen.

Jörgen Bauer

Montag,
16.03.2020

Gedanken zur Fastenzeit

Ich danke allen, die meine Träume belächelt haben.


Ich danke allen, die meine Träume belächelt haben.
Sie haben meine Fantasie beflügelt.

Ich danke allen, die mich in ihr Schema pressen wollten.
Sie haben mich den Wert der Freiheit gelehrt.

Ich danke allen, die mich belogen haben.
Sie haben mir die Kraft der Wahrheit gezeigt.

Ich danke allen, die nicht an mich geglaubt haben.
Sie haben mir zugemutet, Berge zu versetzen.

Ich danke allen, die mich abgeschrieben haben.
Sie haben meinen Trotz geschürt.

Ich danke allen, die mich verlassen haben.
Sie haben mir Raum gegeben für Neues.

Ich danke allen, die mich verraten und missbraucht haben.
Sie haben mich erwachsen werden lassen.

Ich danke allen, die mich verletzt haben.
Sie haben mich gelehrt, im Schmerz zu wachsen.

Ich danke allen, die meinen Frieden gestört haben.
Sie haben mich stark gemacht, dafür einzutreten.

Ich danke allen, die mich verwirrt haben.
Sie haben mir meinen Standpunkt klar gemacht.

Vor allem aber danke ich all denen, die mich lieben, so wie ich bin.
Sie geben mir die Kraft zum Leben! Danke.


Paulo Coelho

Samstag,
14.03.2020

Gedanken zur Fastenzeit

Ballast ablegen


Ein Mensch war unterwegs zum Land seiner Sehnsucht. Es war eine lange und beschwerliche Reise. Endlich kam er an einen breiten Fluss. Er wusste: Drüben, am andern Ufer, liegt das Land der Herrlichkeit - und er konnte es kaum erwarten, hinüberzukommen.

Der Mensch fand einen Fährmann mit seinem Boot, der bereit war, ihn so schnell wie möglich überzusetzen. "Aber", sagte er, "du musst dein Gepäck hier lassen. Ich nehme nur die Menschen mit, ohne allen Ballast." Der Reisende erschrak sehr, und es schien ihm unmöglich, alle die Dinge, die er angesammelt hatte, die er liebte, die er für lebensnotwendig hielt, die er auf seiner weiten Reise mühsam bis hierher geschleppt hatte, einfach abzulegen und am Ufer des Flusses zurückzulassen.

"Alles?", fragte der Mensch, hoffend, doch ein wenig von seiner Habe mitnehmen zu können. "Alles. Ich nehme nur dich mit, ohne dein Gepäck, oder du bleibst hier mit deinen Sachen. Entscheide dich", antwortete ernst der Fährmann.

(Nach einer alten Sage)

Lasst uns ablegen alles, was uns beschwert, und die Sünde, die uns ständig umstrickt, und lasst uns laufen mit Geduld in dem Kampf, der uns bestimmt ist, und aufsehen zu Jesus, dem Anfänger und Vollender des Glaubens!
Hebräer 12,1f

Aus Axel Kühner: Hoffen wir das Beste

Freitag,
13.03.2020

Gedanken zur Fastenzeit

Nur ein Ton


"Ein kurzer, froher Gruß mag mein Letztes sein, was ich euch geben kann. Ich bin meine Straße fröhlich gegangen mitten durch alle Schrecknisse des Krieges hindurch, und ich bin reich geworden in all der Armut des stillen Heimwehs. Mein Letztes an euch kann nichts anderes sein als ein fröhliches Lobsingen, wie ein helles jubilierendes Osterlied: Ich habe seine Herrlichkeit gesehen! Christus ist mir wie ein Fels gewesen, wie ein Bruder, und gerade in den schweren Stunden war er mir so nahe, dass mir keine Welt und kein Tod eine Erschütterung sein konnte.

Wenn ich von euch scheiden muss, wenn ich nicht mehr heimkehren darf, dann weiß ich das Eine so ganz gewiss: Ich darf in die Heimat, ich darf zu meinem Heiland. Mein Leben klingt nur in einem Ton aus, und der heißt: Lobe den Herrn, o meine Seele, und vergiss nicht, was er dir Gutes getan hat."
(Werner Hennig, im Alter von 30 Jahren 1943 im Krieg gefallen)

"Dankbarkeit ist die Wachsamkeit der Seele gegen die Kräfte der Zerstörung!" (Gabriel Marcel)

Denn ich bin der Herr, dein Gott, der deine rechte Hand fasst und zu dir spricht: "Fürchte dich nicht, ich helfe dir!"
Jesaja 41,13

Aus Axel Kühner: Zuversicht für jeden Tag

Donnerstag,
12.03.2020

Gedanken zur Fastenzeit

Wasser dem Durstigen


"Und der auf dem Thron saß, sprach: Siehe, ich mache alles neu! Und er spricht: Schreibe, denn diese Worte sind wahrhaftig und gewiss! Und er sprach zu mir: Es ist geschehen. Ich bin das A und das O, der Anfang und das Ende. Ich will dem Durstigen geben von der Quelle des lebendigen Wassers umsonst".
Offenbarung 21, 5-6

Bist du durstig? Das ist etwas Gutes. Menschen haben Durst. Aber es geht nicht nur darum unseren Körper mit Flüssigkeit zu versorgen. Durst zu haben ist körperlich ein starkes Bedürfniss, was wir täglich befriedigen müssen um zu überleben. Und es ist gleichzeitig ein äußeres Zeichen und Signal, daß wir unserem inneren Menschen von außen unbedingt etwas Befreiendes und Erleichterndes zukommen lassen müssen. Ohne Essen kommen wir einige Tage aus, aber ohne Wasser wird das schnell lebensbedrohlich. Gott will nur dem Durstigen sein Wasser geben. Das bedeutet im übertragenen Sinne, daß jemand, der nicht durstig ist, mit dem Wasser was Gott schenkt, nichts anzufangen weiß beziehungsweise damit kein Bedürfniss stillt, sondern es mehr oder weniger vergeudet und missachtet. Im den Worten zum Abendmahl wird das in 1. Korinther 11, 26-29 angemahnt: "Denn sooft ihr von diesem Brot esst und aus dem Kelch trinkt, verkündigt ihr den Tod des Herrn, bis er kommt. Wer nun unwürdig von dem Brot isst oder aus dem Kelch des Herrn trinkt, der wird schuldig sein am Leib und Blut des Herrn. Der Mensch prüfe aber sich selbst, und so esse er von diesem Brot und trinke aus diesem Kelch. Denn wer so isst und trinkt, dass er den Leib des Herrn nicht achtet, der isst und trinkt sich selber zum Gericht" . In der Gemeinde in Korinth ging es teils ziemlich drunter und drüber. Paulus musste deutliche Worte sprechen, da viele dort die Abendmahlfeier zu einem unwürdigen Gelage ohne Ordnung und Respekt verkommen ließen. Sie hatten keine Achtung und keinen Respekt vor dieser Handlung und womöglich vergessen, wer ihren Durst stillte? Ihre Einstellung war unwürdig, oberflächlich und unreif.

Sie haben nicht wirklich verstanden mit wem sie es zu tun hatten in diesem Gedächtnismahl und dem, was dahinter steckte. Jesus sagte daß ER das Alpha und das Omega ist. Und zudem, daß seine Worte wahrhaftig und sicher sind. ER hat alles neu gemacht durch das Wasser für die Durstigen. Und das zählt für die Gläubigen, die dadurch in Gott zu einer neuen Kreatur wurden (2. Korinther 5,17). Sie waren durstig und haben im Glauben von diesem lebendigen Wasser trinken dürfen. Und selbst dieser Durst, ist auch nur das Wirken Gottes gewesen, der uns zur Buße führt (Römer 2,4). Gottes Plan und Ziel war und ist alles neu zu machen. Und am Beispiel mit dem Samenkorn, was in die Erde kommt und dort stirbt, um zu wachsen und etwas Neues zu offenbaren (Johannes 12,24) ist es auch mit dem Menschen und allem, was durch die Sünde sterblich und böse geworden ist. Das Böse muss offenbart werden und sterben, damit etwas Neues und Gutes entstehen kann. Gottes Sohn Jesus Christus wurde zur Sünde gemacht - 2. Korinther 5,21: "Denn er hat den, der von keiner Sünde wusste, für uns zur Sünde gemacht, damit wir in ihm die Gerechtigkeit würden, die vor Gott gilt" . Daran Gedenken wir im Abendmahl und erinnern uns daran, daß wir durstig waren und trinken durften und diese Art von Durst nie mehr erleiden werden dank dem himmlischen Evangelium. Wenn unser Körper heute durstig ist, dürfen wir uns immer wieder daran erinnern, was unseren seelischen Durst ein- für allemal zum Frieden, zur Ruhe und zur ewigen Befriedigung und Glückseligkeit geführt hat - alle Ehre gebührt Jesus Christus! Amen.

Jörg Bauer

Mittwoch,
11.03.2020

Gedanken zur Fastenzeit

Herausforderung


Hoffen und vertrauen –
eine Einladung
mich zurückzunehmen,
nicht alles schaffen
und tun zu müssen,
mich einfach hingeben dürfen,
mich einfach getragen
und begleitet wissen.

Mir ganz sicher sein,
dass Gott da ist,
dass er es gut mit mir meint.

Hoffen und vertrauen –
nicht immer leicht,
oft eine Herausforderung.

Christine Gruber-Reichinger

Dienstag,
10.03.2020

Gedanken zur Fastenzeit

Seien Sie großzügig und fröhlich


Jeder von euch muss selbst entscheiden, wie viel er geben möchte. Gebt jedoch nicht widerwillig oder unter Zwang, denn Gott liebt den Menschen, der gerne gibt.
2. Korinther 9,7 (NLB)

Christen sollten großzügige Menschen sein, die geben, so viel und so oft sie können. Und damit meine ich nicht nur Geld. Wir können anderen Hilfe, Ermutigung, Zeit, unsere Gaben und Vergebung schenken. Wir dürfen es also nicht zulassen, dass uns unser Egoismus in die Quere kommt. Viele Menschen sind kleinlich, klammern sich an das, was sie besitzen und haben Angst, es herzugeben. Andere handeln zwar nicht kleinlich, aber sie sind es in ihren Herzen und geben nur, weil sie sich dazu verpflichtet fühlen und nicht freiwillig.

Aber so will Gott nicht, dass wir geben. In 2. Korinther 9,7 heißt es: „Gott liebt den Menschen, der [von Herzen] gerne gibt“ (NLB ergänzt durch AMP). Wenn wir unser Leben Gott hingeben, gehört eigentlich sowieso alles ihm und nicht mehr uns. Wir sollten Gebende sein und das, was uns zur Verfügung steht, so nutzen, wie er es will. Geben Sie heute mit einem fröhlichen Herzen. Das gefällt Gott und diejenigen, die gerne geben, sind glücklich, erfüllt und effektiv.

Gebet: Gott, ich beschließe jetzt, ein fröhlicher Geber zu sein. Zeige mir, wie ich heute dir und Menschen gegenüber großzügig sein kann.

Joyce Meyer

Montag,
09.03.2020

Gedanken zur Fastenzeit

Unterbrich mich nicht! Ich bete...  


»Vater unser im Himmel.«

  »Ja?«  

»Unterbrich mich nicht! Ich bete.«

  »Aber du hast mich doch angesprochen!«

  »Ich dich angesprochen? Äh...nein, eigentlich nicht. Das beten wir eben so: Vater unser im Himmel.«

  »Da - schon wieder! Du rufst mich an, um ein Gespräch zu beginnen, oder? Also, worum geht's?«

  »Geheiligt werde dein Name...«

  »Meinst du das ernst?«

  »Was soll ich ernst meinen?«

  »Ob du meinen Namen wirklich heiligen willst. Was bedeutet das denn?«

  »Es bedeutet...es bedeutet...meine Güte, ich weiß nicht, was es bedeutet. Woher soll ich das wissen?«

  »Es bedeutet, dass du mich ehren willst, dass ich dir einzigartig wichtig bin, dass dir mein Name wertvoll ist.«

  »Aha. Hm. Ja, das verstehe ich... Dein Reich komme, dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auch auf Erden...«

  »Tust du was dafür?«

  »Dass dein Wille geschieht? Natürlich! Ich bete doch! Außerdem gebe ich Geld für die Mission, für die Armen, für Misereor und für Brot für die Welt.«

  »Ich will mehr. Dass dein Leben in Ordnung kommt. Dass deine Angewohnheiten, mit denen du anderen auf die Nerven gehst, verschwinden, dass du von anderen her und hin anders denken lernst. Dass allen Menschen geholfen werde und Du von mir erzählst, auch deinen Kolleginnen und Mitarbeiterinnen. Ich will, dass Kranke geheilt, Hungernde gespeist, Trauernde getröstet und Gefangene befreit werden, denn alles, was du diesen Leuten tust, tust du doch für mich!«

  »Warum hältst du das ausgerechnet mir vor!? Was meinst du, wie viele steinreiche Heuchler in den Kirchen sitzen. Schau die doch an!«

  »Entschuldige. Ich dachte, du betest wirklich darum, dass mein Herrschaftsbereich kommt und mein Wille geschieht. Das fängt nämlich ganz persönlich bei dem an, der darum bittet. Erst wenn du dasselbe willst wie ich, kannst du eine Botschafterin meines Reiches sein.«

  »Das leuchtet mir ein. Kann ich jetzt mal weiter beten? Unser tägliches Brot gib und heute...«

  »Du hast Übergewicht, meine Liebe! Deine Bitte schließt die Verpflichtung ein, etwas dafür zu tun, dass die Millionen Hungernden dieser Welt ihr tägliches Brot bekommen. Und außerdem - es gibt auch noch anderes Brot.«

  »Du meinst das Brot, das die in der Kirche verteilen?«

  »Ja, zum Beispiel. Du bittest darum, aber Du willst es gar nicht; sonst wärst Du letzten Sonntag gekommen. Dieses Brot ist mein Sohn, der dir helfen wird.«

  »Helfen? Wobei? Mir geht's doch ganz gut...«

  »Ja? Dann bete doch noch eine Bitte weiter...«

  »Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unseren Schuldigern...«

  »Und Thomas?«

  »Thomas? Jetzt fang' du auch noch von dem an! Du weißt doch, dass er mich öffentlich blamiert, dass er mir jedes Mal dermaßen überheblich entgegentritt, dass ich schon wütend bin, bevor er seine herablassenden Bemerkungen gemacht hat. Und das weiß er auch! Er lässt meine Meinung nicht gelten - nur das, was er sagt, ist richtig, dieser Typ hat...«

  »Ich weiß, ich weiß. Und dein Gebet?«

  »Ich meinte es nicht so.«

  »Du bist wenigstens ehrlich. Macht dir das eigentlich Spaß, mit so viel Bitterkeit und Abneigung herumzulaufen?«

  »Es macht mich krank.«

  »Ich will dich heilen. Vergib Thomas, so wie ich Dir vergebe. Dann sind Überheblichkeit und Hass die Sünden von Thomas und nicht deine. Vielleicht verlierst du Geld, ganz sicher verlierst du ein Stück Ansehen, aber es wird dir Frieden ins Herz bringen.«

  »Hm. Ich weiß nicht, ob ich mich dazu überwinden kann.«

  »Ich helfe dir dabei, ich schenke Dir Kraft und Nahrung. Durch das Brot meines Sohnes.«

  »Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen...«

  »Nichts lieber als das! Meide bitte Personen oder Situationen, in denen du versucht wirst.«

  »Wie meinst du das?«

  »Du kennst doch deine schwachen Punkte! Unverbindlichkeit, Finanzverhalten, Sexualität, Aggression, Erziehung. Gib dem Versucher keine Chance!«

  »Ich glaube, das ist das schwierigste Vaterunser, das ich je gebetet habe. Aber es hat zum ersten Mal was mit meinem Leben zu tun.«

  »Schön. Wir kommen vorwärts. Bete ruhig zu Ende.«

  »Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen.«

  »Weißt du, was ich herrlich finde? Wenn Menschen wie du anfangen, mich ernst zu nehmen, aufrichtig zu beten, mir nachzufolgen und dann das zu tun, was mein Wille ist. Wenn sie merken, dass ihr Wirken für das Kommen meines Reiches sie letztlich selbst glücklich macht.«

Samstag,
07.03.2020

Gedanken zur Fastenzeit

Gottes Wort ist eine gute Medizin


Er sprach ein Wort, und sie wurden gesund – so rettete er sie an der Schwelle des Todes.
Psalm 107,20 (NLB)

Viele machen den Fehler und verwechseln den Glauben an Heilung mit dem Einnehmen von Gottes Medizin – nämlich seinem Wort. Sie sagen: „Ich glaube an Heilung“, ohne dass sie die Medizin dazu einnehmen. Was nützt uns eine Medizin, wenn wir sie nicht nehmen?

Gottes Wort ist seine Medizin – es ist ein Wirkstoff, genau wie herkömmliche Medizin. Anders ausgedrückt, die Medizin selbst enthält die Eigenschaft, Heilung zu bewirken. Gottes Wort trägt in sich die Eigenschaft, die Kraft, die Fähigkeit und die Beschaffenheit, Heilung in Ihrem Körper zu bewirken.

Und wie nehmen wir sie ein? Erst wenn Gottes Wort mitten in Ihr Herz kommt und dort bleibt, kann es in Ihrem Körper Heilung bewirken. Kopfwissen genügt nicht. Die Bibel muss in Ihren Geist dringen, indem Sie darüber meditieren – sich dem Wort Gottes aussetzen, es hören, es sehen, es vor sich hinsagen, darüber nachdenken. Dann wird es in Ihrem Körper Heilung bewirken. Sobald Gottes Wort Ihr Herz erst einmal durchdrungen hat, wird es Ihrem Körper ganz sicher Gesundheit bringen. Lassen Sie das Wort Gottes heute tief in Ihr Herz fallen.

Gebet: Gott, ich will heute über deinem heilenden Wort meditieren. Ich weiß, dass deine Heilung meinen Körper erfüllen wird, wenn dein Wort tief in mein Herz dringt.

Joyce Meyer

Freitag,
06.03.2020

Gedanken zur Fastenzeit

Gott kann sein Eigentum jederzeit zurücknehmen


Der HERR hat's gegeben, der HERR hat's genommen; der Name des HERRN sei gelobt!
Hiob 1, Vers 21

Ich weiß von einem Mann, der Gott bis an sein Lebensende zürnte, und von Gott nichts mehr wissen wollte, weil sein einziger Sohn im Zweiten Weltkrieg gefallen ist. Und ich weiß von einem allen bekannten Kirchenführer, der von sich sagt, dass er mit Gott noch etwas zu klären habe, weil dieser seine Tochter so früh sterben ließ. Von einem mir gut bekannten Glaubensbruder ist bezeugt, dass er am Grab seiner früh verstorbenen Tochter, Vers 21 aus dem 1 Kapitel des Hiobbuches zitierte.

Wir haben hier drei Möglichkeiten, wie auf einen schweren Schicksalsschlag reagiert werden kann: Einmal mit der Kündigung des Glaubens, einmal mit der Forderung an Gott, Rechenschaft über sein Tun zu geben und einmal die demütige Beugung unter den Willen Gottes.

Natürlich wünsche ich mir, vor derartigen Schicksalsschlägen verschont zu bleiben. Wenn aber nicht, wünsche ich mir, in diesem Fall wie der besagte Glaubensbruders reagieren zu können, also darauf zu vertrauen, dass auch mir, der ich glaube, alle Dingen zum Besten dienen müssen.

Dafür, dass ich das so sehen könnte, kann ich meine Hand nicht ins Feuer legen. Ich kann Gott nur bitten, dass ER meinen schwachen Glauben stärkt und diesen nicht auf die Probe stellt, ich mit Gott hadere und frage, warum er das zugelassen hat.

Eines ist aber sicher: Alles, aber auch alles, was wir sind und haben, ist von Gott, als dem Geber aller Gaben. Was auch immer ich im Leben erreicht haben mag, ist nicht mein Verdienst, sondern verdanke ich den Gaben und Möglichkeiten, die mir Gott geschenkt hat. Obwohl für gläubige Christen daran kein Zweifel besteht, wird das doch als so selbstverständlich angesehen, dass wir dazu neigen "sauer" zu reagieren, wenn Gott sein Eigentum, das er uns, immer nur vorübergehend, zur Verfügung stellt, zurücknimmt. Eine solche Reaktion ist menschlich verständlich, in Gottes Augen aber Sünde.

Auch schwere Verluste sollen unserem Heil dienen, in dem wir uns auf das besinnen, was ewig und damit wirklich zählt, weil uns das davor bewahrt uns so fest an irdische Dinge zu binden, dass diese zu Bleigewichten werden, die uns daran hindern in den Himmel zu kommen.

Auch dann wenn uns Gott vor schweren Verlusten bewahrt, sollten wir trotzdem darüber nachdenken, was letztlich zählt und unser Wertesystem danach ausrichten. Und vor allen Dingen sollten wir das Danken nicht vergessen. Danken dafür, dass wir vor Katastrophen und Leid verschont geblieben sind und nicht erst dann an Gott denken, wenn uns ein Unglück getroffen hat.

Können wir auch angesichts eines Unglücks Gott danken? Ein Mitbruder kam dadurch zum Glauben, dass sein Vater beim überraschenden Tod seiner Mutter - die allen sehr fehlen würde - nicht verzagte, sondern zuallererst Gott dankte, dass er sie als Frau gehabt hat. Auch das ist eine Möglichkeit auf einen schweren Schicksalsschlag zu reagieren.

Jörgen Bauer

Donnerstag,
05.03.2020

Gedanken zur Fastenzeit

Leben im Licht des kommenden Tages


Ihr aber, liebe Brüder, seid nicht in der Finsternis, dass der Tag (des Herrn) wie ein Dieb über euch komme.
1. Thessalonicher 5, Vers 4 Der Abschnitt, in dem der heutige Vers steht, befasst sich mit der Wiederkunft des Herrn und gehört damit zu den "letzten Dingen", zur Eschatologie, zu der ich ja gestern schon etwas geschrieben habe. Ich befasse mich hier mit dem gesamten Abschnitt, auch wenn ich daraus nur einen Vers angeführt habe, den ich für den Wesentlichen halte.

Auch hier könnte man fragen: "Ja, wie nun?" Zum einen gehen der Wiederkunft des Herrn bestimmte Ereignisse voraus, Zeichen der Zeit, an denen man Sein baldiges Kommen erkennen kann, und dann kommt ER wieder ganz überraschend, zu einem Zeitpunkt, an dem niemand, auch die Seinen nicht, damit gerechnet hätten, weshalb wir allezeit bereit sein sollen.

Aufgrund der zahlreichen Auslegungsmöglichkeiten, und weil wir nicht wissen, wie weit die Zeit vorangeschritten ist und was tatsächlich schon eingetreten ist, sollten wir allezeit bereit sein.

Frieden und Sicherheit sind politische Schlagworte. Es wird bei der Wiederkunft Christi ein Zustand vorliegen, bei dem sich die Welt in Sicherheit wiegt, womit unter Welt immer der von Gott abgewandte Teil der Menschheit verstanden wird. Für Christen muss das deshalb keinesfalls auch Frieden und Sicherheit bedeuten. Für Christen kommt der Herr als Retter und Erlöser und für die übrige Welt zum Verderben. Christen werden von der Welt, die sich im Schlaf der Sicherheit wiegt und für klug hält, als weltfremd und verrückt angesehen. Tatsächlich sind Christen aber die wahren Realisten, die hellwach bleiben und allzeit bereit sein sollen. Christen sollen deshalb nicht schläfrig werden. Man denke an die törichten Jungfrauen und an das Sendschreiben an die Gemeinde in Sardes, die zum Teil in Schlaf gefallen war. Weil es für die Christen immer Bedrängnis geben wird, sollen sie die Waffenrüstung Gottes anlegen, in dieser handeln und für den Glauben eintreten.

Im Alltag befassen wir uns mehr mit dem Naheliegenden, auch dann wenn es um das aktuelle Leben im Glauben geht. Unsere Hoffnung, aus der unsere Kraft kommt, liegt aber im Zukünftigen. Deshalb sollen wir uns immer wieder an dieser Hoffnung erbauen und uns damit gegenseitig stärken.

Jörgen Bauer

Mittwoch,
04.03.2020

Gedanken zur Fastenzeit

Daheim beim Herrn oder Auferstehung?


Wir sind aber getrost und haben vielmehr Lust, den Leib zu verlassen und daheim zu sein bei dem Herrn.
2. Korinther 5, Vers 8

Denn er selbst, der Herr, wird, wenn der Befehl ertönt, wenn die Stimme des Erzengels und die Posaune Gottes erschallen, herabkommen vom Himmel, und zuerst werden die Toten, die in Christus gestorben sind, auferstehen.
1. Thessalonicher 4, Vers 16 - Siehe auch 1. Korinther 15, Vers 52

Liest man die Anzeigen in denen verstorbener Christen gedacht wird, ist immer von "Heimgang" und davon die Rede, dass der Verstorbene nun- mehr "daheim beim Herrn" ist. Andererseits ist auf den Grabsteinen verstorbener Christen auch zu lesen, dass hier "N.N. auf den Tag der Auferstehung wartet".

Da stellt sich die Frage: Sofort beim Herrn oder erst nach einer Grabensruhe am Tag der Auferstehung?

Für beide Sichtweisen lassen sich zahlreiche biblische Aussagen heranziehen. Um Klarheit zu bekommen griff ich deshalb nach dem Buch "Die Bibel verstehen", in dem sich ein ganzes Kapitel mit bald 100 Seiten mit der Eschatologie, als der "Lehre von den letzten Dingen", oder anders "der Endzeit" befasst.

Ich habe allerdings überhaupt nichts verstanden, denn die Auslegungsmöglichkeiten sind so vielfältig und widersprüchlich und theologisch so gewunden, dass man das Buch gerne wieder beiseite legt, bevor einem der Kopf weh tut.

Nun glaube ich ja, dass die Bibel Wort Gottes, ohne Fehler und Irrtümer und auch so abgefasst ist, dass sie jedermann verstehen kann, und wenn wir etwas nicht verstehen die Frage nicht die ist, wo die Bibel irrt, sondern wo wir uns irren.

Also, wo liegt auf der menschlichen Seite der Irrtum? Der Irrtum dürfte darin bestehen, dass wir unsere raumheitliche Ordnung auf die Ewigkeit und die unsichtbare Welt übertragen, also Zeit und Ewigkeit vermengen. Offenbar sahen die Schreiber des Neuen Testaments keinen Widerspruch zwischen mit dem "sofort beim Herrn sein" und der erst "späteren Auferstehung". Das heißt, dass beides richtig ist. Wir kennen solche scheinbar "unüberbrückbaren Widersprüchlichkeiten" auch aus unserer Welt, wenn man an die spezielle Relativitätstheorie und die Quantenphysik denkt, wo Raum, Zeit und Kausalität aufgehoben sind.

Der Heimgegangene ist so einmal sofort beim Herrn, wird aber erst in der Auferstehung mit einer neuen Leiblichkeit überkleidet. Jesus ist am dritten Tag von den Toten auferstanden, war aber deshalb trotzdem durchgehend existent, wenn ER zum Schächer am Kreuz sagen konnte, dass dieser noch heute mit IHM im Paradies sein werde und wenn ER in das Totenreich hinabsteigen konnte. Für uns reicht es zu wissen, dass wir immer in der Hand Gottes sind, aus der wir nicht fallen können. Darauf vertraue ich, und im übrigen lasse ich mich überraschen. Gott wird es so machen, dass ich damit voll zufrieden sein werde.

Jörgen Bauer

Montag,
02.03.2020

Gedanken zur Fastenzeit

Nimm und lass!


Nimm dir Zeit für die Arbeit,
sie ist eine Gabe Gottes.
Lass dir Raum für die Muße,
sie ist die Batterie für die Seele.
Nimm dir die Freiheit, du selbst zu sein,
Gott nimmt dich an, wie du bist.
Lass Gott Gott sein, heilig, ewig, herrlich und unbegreiflich,
mach ihn nicht zu deinem Kumpel oder Kuscheltier.
Nimm alles, was das Leben bietet,
danke Gott und teile es mit den Nächsten.
Lass alles, was Gott verbietet,
viele unnötige Schmerzen bleiben dir erspart.
Nimm Rücksicht auf Schwächere,
verachte sie nicht, sie sind genau so geliebt.
Lass Stärkere dich locker überholen,
beneide sie nicht, bei Gott haben sie dir nichts voraus.
Nimm jeden einzelnen Tag ganz ernst,
du lebst ihn nur ein einziges Mal.
Lass das Ziel nie aus den Augen,
die Krönung und Vollendung des Lebens kommt noch.
Nimm die Nöte und Schmerzen des Lebens wahr,
sie sind Ausdruck der gebrochenen Welt.
Lass dich von Gott trösten und segnen,
er wartet auf dich in seiner ewigen Welt.


Werft euer Vertrauen nicht weg, welches eine große Belohnung hat. Geduld aber habt ihr nötig, damit ihr den Willen Gottes tut und das Verheißene erlangt!
Hebräer 10,35

Aus Axel Kühner: Zuversicht für jeden Tag

Samstag,
29.02.2020

Gedanken zur Fastenzeit

Schon alles bezahlt


Nachdem ich ein „anständiges“ Leben auf der Erde geführt hatte, ging meine Zeit dort langsam zu Ende. Das Erste, woran ich mich nach meinem Tod erinnere, ist, dass ich auf einer Bank in einem Wartezimmer saß, und zwar in einer Art Gerichtsgebäude. Die Türen gingen auf, und ich wurde angewiesen, einzutreten und am Tisch der Verteidigung Platz zu nehmen.

Als ich mich umsah, entdeckte ich auch den „Ankläger“ – einen finster dreinblickenden Mann, der mich gemein anstarrte. Er war mit Sicherheit die böseste Person, die mir jemals unter die Augen gekommen war.

Ich nahm Platz und sah, dass zu meiner Linken mein Anwalt saß, ein freundlich und sanft wirkender Mann, dessen äußeren mir irgendwie bekannt vorkam. Die Tür in der einen Ecke des Saales schwang auf und mit wehender Robe kam der Richter herein. Er hatte eine Ehrfurcht gebietende Ausstrahlung, als er den Raum durchquerte, und ich musste ihn einfach anschauen. Als er hinter dem Richtertisch Platz genommen hatte, sagte er: „Die Sitzung ist eröffnet.“

Der Staatsanwalt erhob sich und sagte: „Mein Name ist Satan, und ich bin hier, um zu beweisen, dass dieser Mann in die Hölle gehört.“ Dann führte er seine Behauptung weiter aus, indem er Lügen wiedergab, die ich benutzt hatte, Dinge benannte, die ich gestohlen hatte, und berichtete, wie ich in der Vergangenheit andere betrogen hatte. Satan erzählte auch auch von anderen Missetaten, die in meinem Leben vorgekommen waren, und je länger er sprach, desto tiefer sank ich auf meinem Platz in mir zusammen. Mir war das alles so peinlich, dass ich niemanden ansehen konnte, selbst meinen eigenen Anwalt nicht, besonders als der Teufel auch von Sünden berichtete, die ich bereits völlig vergessen hatte. Ebenso wütend wie auf den Satan, der all diese Sachen über mich erzählte, war ich auf meinen Anwalt, der einfach nur schweigend dasaß und absolut nichts zu meiner Verteidigung vorbrachte.

Ich wusste, dass ich all diese Dinge getan hatte, aber ich hatte in meinem Leben doch schließlich auch Gutes getan- konnte das nicht wenigstens den Schaden wettmachen, den ich angerichtet hatte?

Satan kam wutschnaubend zum Ende und sagte: „Dieser Mann gehört in die Hölle; er ist all dessen schuldig, was ich vorgebracht habe, und es gibt niemanden, der das Gegenteil beweisen könnte. Heute wird endlich der Gerechtigkeit Genüge getan.“

Als mein Anwalt an der Reihe war, fragte er zunächst, ob er kurz an den Richtertisch treten dürfe. Der Richter gestattete es trotz vehementer Proteste Satans und bat ihn, vorzutreten. Als mein Anwalt aufstand und vortrat, konnte ich ihn in seiner ganzen Großartigkeit und Majestät sehen. Jetzt wurde mir auch klar, weshalb er mir so vertraut vorgekommen war: Es war Jesus, von dem ich vertreten wurde- mein Herr und Erlöser.

Er stand jetzt vor dem Richtertisch und sprach leise mit dem Richter. Dann wandte er sich um und sagte: „Satan hat Recht mit der Aussage, dass dieser Mann gesündigt hat. Ich leugne all die Anschuldigungen nicht. Und es stimmt, dass der Lohn für die Sünde der Tod ist und dass dieser Mann Strafe verdient hat.“

Jesus atmete tief ein und wandte sich dann mit ausgestreckten Armen an den Richter:

„Aber ich bin am Kreuz gestorben, damit dieser Mensch ewiges Leben hat, und er hat mich als Erlöser angenommen, deshalb gehört er mir.“

Und weiter sagte mein Herr: „Sein Name steht im Buch des Lebens geschrieben und niemand kann ihn mir wieder entreißen. Satan begreift immer noch nicht, dass dieser Mann nicht Gerechtigkeit, sondern Barmherzigkeit erhalten soll.“

Als Jesus sich wieder setzte, verhielt er sich ganz ruhig, sah dann seinen Vater an und sagte: „Es braucht nichts mehr getan zu werden. Ich habe schon alles vollbracht.“

Der Richter hob seine gewaltige Hand, ließ den Hammer niedersausen und sagte mir gebieterischer Stimme: „Dieser Mann ist frei- seine Strafe ist bereits vollständig für ihn bezahlt worden. Der Fall ist abgeschlossen.“

Als mein Herr mich wegführte, konnte ich noch hören, wie Satan tobte und wütete: „Ich gebe nicht auf. Den nächsten Fall gewinne ich!“

Als Jesus mir Anweisungen gab, wohin ich als Nächstes gehen sollte, fragte ich ihn: „Hast du schon jemals einen Fall verloren?“

Er lächelte liebevoll und antwortete dann: „Jeder, der zu mir gekommen ist und mich gebeten hat, ihn zu vertreten, hat dasselbe Urteil bekommen wie du:

`Schon alles bezahlt´.“

Autor unbekannt

Freitag,
28.02.2020

Gedanken zur Fastenzeit

Zeigen Sie den Menschen, dass sie unendlich wertvoll sind


Wenn auch Vater und Mutter mich verstoßen, du, Herr, nimmst mich auf.
Psalm 27,10 (GNB)

Ich habe festgestellt, dass die meisten Menschen, denen wir im Leben begegnen, nicht wissen, dass sie als Kinder Gottes unendlich wertvoll sind. Ich glaube, der Teufel legt alles darauf an, dass sich Menschen erniedrigt und wertlos fühlen. Aber wir können seine Lügen und unterschwelligen Andeutungen entkräften, indem wir andere aufbauen, ermutigen und bestärken.

Eine Möglichkeit, das zu tun, sind aufrichtige Komplimente, die eines der schönsten Geschenke auf dieser Welt sind. Ein aufrichtiges Kompliment mag unbedeutend erscheinen, aber jemandem, der sich unsicher oder unwichtig fühlt, gibt es ungeheuer viel Kraft.

Ich glaube, es ist wichtig, sich in diesem Bereich Ziele zu setzen: Als ich mit Gott daran arbeitete, es mir zur Gewohnheit zu machen, andere zu ermutigen, habe ich mir vorgenommen, jeden Tag mindestens drei Menschen ein Kompliment zu machen. Ich empfehle Ihnen, es ähnlich zu machen, um ein offensiver Ermutiger zu werden.

Die Bibel sagt, dass Gott die Einsamen und Verlassenen als seine Kinder annimmt. Wir sollten diese Menschen suchen und alles daransetzen, sie aufzubauen und ihnen Wertschätzung zu zeigen. Lassen wir sie wissen, dass Gott sie liebt.

Gebet: Heiliger Geist, zeige mir die Menschen, die nicht wissen, dass Gott sie wie seine eigenen Kinder liebt. Bring mich mit ihnen zusammen, damit ich sie ermutigen und ihnen Wertschätzung entgegenbringen kann.

Joyce Meyer

Donnerstag,
27.02.2020

Gedanken zur Fastenzeit

Besonnenheit  


Ein weiser Mensch ist bekannt für seine Einsicht, und wer mitreißend reden kann, fördert die Erkenntnis. 
Sprüche 16,21 (NLB)

  Besonnenheit ist ein Wort, das man heutzutage nicht mehr oft hört. Besonnen bedeutet „überlegt, bedächtig, vorsichtig, umsichtig“. Wenn die Bibel von „besonnen“ oder „Besonnenheit“ spricht, geht es darum, ein guter Verwalter der Gaben Gottes zu sein. Zu diesen Gaben gehören Zeit, Energie, Kraft und Gesundheit – auch unser materieller Besitz. Unser Körper gehört genauso dazu wie unser Verstand und unser Geist.

  So wie jeder von uns andere Gaben erhalten hat, besitzt auch jeder ein unterschiedlich hohes Maß an Befähigung, mit diesen Gaben umzugehen. Viel zu viele Menschen sind ausgebrannt, weil sie ihre Gaben und Fähigkeiten auf eine Art einsetzen, die Gott niemals von ihnen verlangt hat. Statt uns selbst ständig zu überfordern, weil wir es anderen recht machen oder unsere persönlichen Ziele erreichen wollen, sollten wir auf Gott hören und das tun, was er uns sagt. Das ist klug.

  Andere beeindrucken zu wollen und nach ihren Maßstäben zu leben ist kein Ausdruck von Besonnenheit. Besonnen wäre es, Gott zu fragen, wie er will, dass man seine Gaben einsetzt und ihm dann zu gehorchen. Lernen Sie von Gott Besonnenheit und setzen Sie sie um, damit Sie das Leben so genießen können, wie er es will.

  Gebet: Gott, ich möchte ein guter Verwalter von dem sein, was du mir anvertraut hast. Ich werde meine Gaben und Fähigkeiten nur noch für dich einsetzen. Zeige mir, wie ich sie mit deiner Besonnenheit und deiner Weisheit nutzen soll.

  Joyce Meyer

Mittwoch,
26.02.2020

Gedanken zur Fastenzeit

Aschermittwoch


Fastenzeit – sieben Wochen ohne. Verzicht. Sein lassen.
Fasten. Mit dem heutigen Aschermittwoch beginnt die Fastenzeit. Schon seit Wochen werde ich mit Angeboten von Verlagen und Videos im Internet überschwemmt, die mir weismachen wollen, wie gut das Fasten für meinen Körper ist. Entgiften, Abnehmen, sich einfach wieder wohl fühlen in meinem Körper. Und wozu? Damit ich mich endlich wieder im Spiegel anschauen mag. Dieser Gedanke hat mich stutzig gemacht. Beim Blick in den Spiegel bin ich dem Sinn der Fastenzeit auf die Spur gekommen. Ein Spiegel ist ja im Grunde nichts anderes, als eine Glasscheibe, die mit Silber beschichtet ist. Das Silber steht hier für das Schöne, das aber eigentlich überflüssig ist. Es ist gut, Silber zu haben, aber es macht nicht glücklich. Wenn ich dieses Silber weglasse, dann wird aus dem Spiegel eine Scheibe. Dann sehe ich nicht mehr mich, wenn ich hineinblicke, sonder n der Blick wird frei auf die Welt, auf den Nächsten. Ich kann hindurchsehen. Wellness-Fasten dient dem Blick in den Spiegel. Das ist gut und gesund. Aber dabei geht es nur um mich. Mich von überflüssigen Dingen zu befreien jedoch weitet meinen Blick. Insofern ist Fasten immer auch ein bisschen aufräumen und entrümpeln. Manchmal reicht es schon, das Fenster zur Welt wieder zu putzen.

Tobias Wiegelmann, Köln